Historischer 5. Titel in der Champions Hockey League
Der europäische Eishockey-Thron gehört wieder dem Frölunda Hockey Club. In einem hochdramatischen rein schwedischen Finale besiegte der Rekordsieger aus Göteborg den Rivalen Luleå HF mit 3:2 nach Verlängerung. Mit diesem Triumph krönt sich Frölunda zum fünften Mal zum Champion der Königsklasse und zementiert seinen Status als erfolgreichster Club in der Geschichte der Champions Hockey League (CHL).
Ein Finale für die Ewigkeit im Scandinavium
Das Finale im heimischen Scandinavium bot alles, was das Eishockey-Herz begehrt! Intensität, taktische Finesse und pure Dramatik. Nachdem das erste Drittel torlos geblieben war, brachte Nicklas Lasu Frölunda im zweiten Abschnitt mit einem sehenswerten Shorthander (in Unterzahl) in Führung. Luleå HF schlug im letzten Drittel durch Eetu Koivistoinen zurück, doch Frölunda antwortete prompt. Ein abgefälschter Schuss von Jacob Peterson (nach Vorarbeit von Henrik Tömmernes) brachte die 2:1-Führung.
Als die Fans in Göteborg bereits den Sieg feierten, gelang Luleå durch Otto Leskinen nur 15 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit der Ausgleich zum 2:2. Das Spiel ging in die Verlängerung, wo die Spannung ihren Höhepunkt erreichte.
Jere Innala schießt Frölunda zum „CHAMPION5“-Status
In der Verlängerung bewies Frölunda HC seine Klasse und Erfahrung in großen Endspielen. In der 5. Minute der Overtime nutzte der Finne Jere Innala ein Powerplay eiskalt aus. Nach einem präzisen Zuspiel von Star-Verteidiger Henrik Tömmernes hämmerte Innala den Puck zum 3:2-Siegtreffer in die Maschen. Das Scandinavium verwandelte sich augenblicklich in ein Tollhaus.
Für Frölunda ist es der erste CHL-Titel seit sechs Jahren und der insgesamt fünfte Erfolg nach den Triumphen in den Jahren 2016, 2017, 2019 und 2020.
Die Ära Robert Ohlsson beginnt mit einem Paukenschlag
Besonders bemerkenswert ist dieser Erfolg für den neuen Head Coach Robert Ohlsson. Er trat im Sommer 2025 das schwere Erbe von Roger Rönnberg an, der den Verein zwölf Jahre lang geprägt hatte. Ohlsson gelang es auf Anhieb, die europäische Dominanz von Frölunda wiederzubeleben. Ein weiterer Erfolgsfaktor war Kapitän Max Friberg, der nach dem Spiel zum MVP (wertvollster Spieler) der gesamten CHL-Saison 2025/26 ernannt wurde.
Ivar Stenberg: Das nächste schwedische Supertalent im Rampenlicht
Ein Name der bei diesem Finale besonders im Fokus stand, ist Ivar Stenberg. Der 18-jährige Flügelspieler von Frölunda gilt als eines der größten Versprechen für den NHL Draft 2026 und wird in Experten-Rankings (wie von The Athletic) teilweise sogar vor dem kanadischen Wunderkind Gavin McKenna gehandelt.
Ivar (der jüngere Bruder von St. Louis Blues Erstrunden-Pick Otto Stenberg) hat eine beeindruckende Saison hinter sich. Während Otto bereits in Nordamerika für Furore sorgt, hat Ivar in der SHL mit fast einem Punkt pro Spiel historische Werte für sein Alter erzielt. Nach dem Gewinn der U20-Weltmeisterschaft 2026 mit Schweden ist der CHL-Titel nun der nächste große Meilenstein in seiner noch jungen Karriere. Seine Dynamik und Spielintelligenz waren auch im Finale gegen Luleå deutlich spürbar.
Trainer-Sensation: Thomas Berglund vor Wechsel zu den Kölner Haien?
Neben dem Geschehen auf dem Eis sorgte eine Personalie an der Bande für reichlich Gesprächsstoff – besonders in Deutschland. Thomas Berglund der Erfolgscoach von Luleå HF, wird intensiv als neuer Cheftrainer der Kölner Haie in der DEL gehandelt.
Berichte aus Schweden (u.a. Aftonbladet) deuten darauf hin, dass es bereits eine mündliche Einigung zwischen Berglund und den Haien für die Saison 2026/27 gibt. Berglund der Luleå 2025 zur ersten Meisterschaft seit fast 30 Jahren führte, soll in Köln die Nachfolge von Kari Jalonen antreten. Dass der „designierte Haie-Coach“ nun das CHL-Finale nur knapp in der Verlängerung verloren hat, dürfte das Interesse in der Domstadt nur noch weiter gesteigert haben.
Fazit: Frölunda bleibt das Maß aller Dinge in Europa
Mit dem fünften Titelgewinn hat Frölunda HC eine Marke gesetzt, die auf absehbare Zeit unerreicht bleiben dürfte. Der Club aus Göteborg hat bewiesen, dass er auch nach einem personellen Umbruch an der Bande die DNA eines Champions besitzt. Für Luleå HF bleibt trotz einer kämpferischen Leistung nur der bittere zweite Platz – zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren.
