6 Siege in Folge

Die Boston Bruins angeführt vom deutschen Eishockeytrainer Marco Sturm, haben im Januar 2026 eine beeindruckende Erfolgsserie hingelegt. Mit sechs Siegen in Folge hat sich das Team eindrucksvoll im Rennen um die Playoff-Plätze der NHL zurückgemeldet und eine neue Welle der Euphorie in Boston ausgelöst. Doch was steckt hinter diesem plötzlichen Erfolg? Eine Analyse der aktuellen Siegesserie, der Taktik von Marco Sturm und der Stimmung im Team.

Die Siegesserie im Detail: Eine Demonstration der Stärke

Die Siegesserie der Bruins ist mehr als nur eine Aneinanderreihung von Siegen. Sie ist ein Beleg für die neu gewonnene Stabilität und Flexibilität des Teams. Die Bruins zeigten, dass sie sowohl in torreichen Offensivspektakeln als auch in knappen, defensiv geprägten Partien bestehen können. Die Serie begann am 9. Januar mit einem soliden 4:1 gegen die Calgary Flames und erreichte schnell einen Höhepunkt mit einem spektakulären 10:2-Kantersieg gegen die New York Rangers. Besonders beeindruckend waren die darauffolgenden beiden Shutout-Siege in Folge, ein 1:0 gegen die Pittsburgh Penguins und ein 3:0 gegen die Detroit Red Wings, die die defensive Klasse des Teams unterstrichen. Die Serie wurde mit einem 4:2 gegen die Seattle Kraken und einem 5:2-Erfolg gegen die Chicago Blackhawks abgerundet, bei dem Verteidiger Mason Lohrei sein erstes Multi-Goal-Spiel in der NHL feierte.

Marco Sturms Handschrift: Disziplin, Arbeit und ein neues Wir-Gefühl

Obwohl es verfrüht wäre Marco Sturm im NHL-Kontext als „Trainerlegende“ zu bezeichnen, ist sein Status als Held des deutschen Eishockeys insbesondere nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille 2018, unbestritten. Als erster deutscher Cheftrainer in der langen Geschichte der NHL ist er ein wahrer Pionier. Seit seiner Ernennung im Juni 2025 hat er den Bruins eine neue Identität verliehen. Seine Philosophie, die als eine Mischung aus „radikaler Ehrlichkeit“ und dem Fokus auf tägliche Verbesserung beschrieben wird trägt Früchte. Sturm hat ein System etabliert, das auf harter Arbeit, aggressivem Forechecking und defensiver Verantwortung basiert. Das Motto „Grind, Wait, Strike“ ist zur neuen DNA des Teams geworden.

„Wir haben keine High-End- oder viele Torschützen, also müssen wir dafür arbeiten… Das Spiel ohne den Puck, das sollte unser Brot und Butter für die Zukunft sein…“ – Marco Sturm

Zudem hat Sturm nach dem Abgang von Kapitän Brad Marchand auf ein „Leadership by Committee“ gesetzt. David Pastrnak, Charlie McAvoy und Hampus Lindholm teilen sich die Führungsrolle und fördern so die Entwicklung des jungen Kerns.

Schlüsselspieler im Fokus: Zacha und Arvidsson blühen auf

Der Erfolg der Bruins ist eine Teamleistung, doch einige Spieler stachen während der Siegesserie besonders hervor. Neben dem Superstar David Pastrnak der als Vorbereiter glänzte und dem Torhüter-Duo Jeremy Swayman & Joonas Korpisalo, das mit zwei Shutouts überzeugte sind es vor allem zwei Spieler, die unter Sturm eine bemerkenswerte Entwicklung zeigen.

Pavel Zacha erlebt seine bisher stärkste Saison. Im Vergleich zur Vorsaison 2024/25 in der er auf einen Punkteschnitt von 0,573 pro Spiel kam, hat er sich in der laufenden Saison auf beeindruckende 0,729 Punkte pro Spiel gesteigert. Diese deutliche Leistungssteigerung gepaart mit einer verbesserten Defensivbilanz macht ihn zu einer zentralen Figur in der Offensive der Bruins.

Auch Viktor Arvidsson der vor der Saison aus Edmonton kam, hat in Boston zu neuer Stärke gefunden. Während er bei den Oilers in der Vorsaison noch eine negative Plus-Minus-Bilanz aufwies, glänzt er bei den Bruins mit einem Wert von +10. Seine Punkteproduktion pro Spiel hat sich von 0,40 auf 0,68 signifikant erhöht was zeigt, dass er im System von Marco Sturm deutlich besser funktioniert und eine wichtige Verstärkung für das Team ist.

Playoff-Chancen: Die Bruins auf Kurs

Mit der Siegesserie haben sich die Boston Bruins eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um die Playoffs erarbeitet. Mit 58 Punkten aus 49 Spielen belegen sie aktuell den vierten Platz in der hart umkämpften Atlantic Division und halten den ersten Wild-Card-Platz in der Eastern Conference. Die Playoff-Wahrscheinlichkeit wird von Experten auf über 65% geschätzt.

Stimmen aus dem Team

Die Stimmung im Team ist positiv aber bodenständig. Während Trainer Marco Sturm die „größere Konstanz“ und das „bessere Defensivspiel“ lobt, mahnt Verteidiger Nikita Zadorov zur Vorsicht! „Wir müssen einfach einen Weg finden, konstant zu sein… wenn wir in die Playoffs wollen, müssen wir einen Weg finden nicht sechs Spiele in Folge zu verlieren.“

Fazit und Ausblick

Die Boston Bruins haben unter Marco Sturm eine beeindruckende Entwicklung genommen. Die Siegesserie im Januar ist ein klares Zeichen für das Potenzial des Teams. Die Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und der klaren taktischen Marschroute des deutschen Trainers scheint die perfekte Formel für den Erfolg zu sein. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Bruins ihre Erfolgsserie fortsetzen und sich endgültig als Playoff-Anwärter etablieren können.