Was mit Evgeny Kuznetsov wirklich geschah

Noch vor drei Jahren zählte Evgeny Kuznetsov zur absoluten Elite der NHL. Heute mit 33 Jahren ist er ein Wanderarbeiter in der KHL, der von Teams auf die Waiver-Liste gesetzt wird. Seine Statistiken zeigen einen dramatischen Absturz, doch was ist wirklich passiert? Die Recherche enthüllt eine tragische Geschichte über Krankheit, persönliche Probleme und einen schleichenden Niedergang der schon begann, als die Welt noch dachte alles sei in Ordnung.

Der Anfang vom Ende: Die Saison 2022/23

Auf den ersten Blick wirkte die Saison 2022/23 mit 55 Punkten in 81 Spielen für die Washington Capitals noch solide. Doch in Wahrheit war dies der Anfang vom Ende. Im Vergleich zur Vorsaison in der er überragende 78 Punkte erzielte war dies ein massiver Einbruch. Noch alarmierender war seine Plus-Minus-Bilanz von -26, die schlechteste seiner gesamten Karriere. Die Risse waren unübersehbar. Das Management äußerte sich bereits kritisch und Kuznetsov selbst deutete Unzufriedenheit mit dem damaligen Trainer an. Die heile Welt hatte bereits tiefe Risse bekommen.

Der totale Zusammenbruch: Saison 2023/24 – Krankheit und das Player Assistance Program

Die Saison 2023/24 markierte den endgültigen Zusammenbruch. Mit nur noch 17 Punkten in 43 Spielen war er nur noch ein Schatten seiner selbst. Der entscheidende Grund dafür wurde am 5. Februar 2024 öffentlich! Kuznetsov trat in das NHL/NHLPA Player Assistance Program ein, ein Hilfsprogramm für Spieler mit persönlichen Problemen. Später wurde bekannt, dass er an einer Autoimmunerkrankung (rheumatoide Arthritis) leidet, die seinen Schlaf und seine Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigte.

Dieser Schritt war der Wendepunkt. Der anschließende Trade zu den Carolina Hurricanes war kein normaler Transfer mehr, sondern der verzweifelte Versuch einem gefallenen Star einen letzten Neuanfang zu ermöglichen. Dieser Neuanfang scheiterte ebenfalls kläglich. Nach nur 7 Punkten in 20 Spielen wurde sein Vertrag im Sommer 2024 aufgelöst.

Die gescheiterte KHL-Rückkehr: Ein Teufelskreis

Kuznetsovs Rückkehr in die KHL war keine triumphale Heimkehr! Es war eine Flucht, doch die Probleme folgten ihm:

SKA St. Petersburg (2024/25): Trotz eines Vierjahresvertrags wurde dieser nach nur einer Saison aufgelöst. Kuznetsov wollte zurück in die NHL, doch kein Team wollte ihn wirklich.

Metallurg Magnitogorsk (2025/26): Das Debakel setzte sich fort. Nach nur 15 Spielen mit einem einzigen Tor und einem öffentlichen Konflikt mit dem Trainer, der seine Fitness und Einstellung infrage stellte landete er auf der Waiver-Liste.

Fazit: Ein tragischer Fall, kein normaler Karriereverlauf

Die Karriere von Evgeny Kuznetsov befindet sich nicht einfach nur im Sinkflug – sie ist im freien Fall. Der Absturz begann nicht erst mit den KHL-Wechseln, sondern schleichend vor drei Jahren und wurde durch eine schwere Krankheit und persönliche Probleme dramatisch beschleunigt.

Sein Fall erinnert an den von Mike Richards, einem weiteren Stanley-Cup-Sieger dessen Karriere nach dem 30. Lebensjahr durch außersportliche Probleme abrupt endete. Kuznetsovs häufige Transfers sind keine normalen Karriereentscheidungen, sondern verzweifelte Versuche einen Platz zu finden an dem er noch gebraucht wird. Sein Wechsel zu Salavat Yulaev Ufa ist die wohl letzte Chance, eine einst glorreiche Karriere nicht in völliger Bedeutungslosigkeit enden zu lassen.