Zusammenfassung der drei Niederlagen

Die deutsche U20-Eishockey-Nationalmannschaft hat einen schwierigen Start in die IIHF U20-Weltmeisterschaft 2025 in Saint Paul / Minneapolis hingelegt. Nach drei Spielen steht das Team von Bundestrainer Tobias Abstreiter mit null Punkten auf dem letzten Platz der Gruppe A und kämpft um den Klassenerhalt in der Top-Division.


Spiel 1: USA – Deutschland 6:3

Im ersten Spiel gegen den Titelverteidiger USA zeigte die deutsche Mannschaft einen couragierten Auftritt. Die USA gingen schnell mit 3:0 in Führung, doch Deutschland kämpfte sich zurück. Timo Kose verkürzte in der 17. Minute auf 1:3. Im zweiten Drittel gelang Simon Seidl mit Unterstützung von Dustin Willhöft das 2:3 in der 5. Minute. Lenny Boos erzielte in der 11. Minute sogar das 3:4, womit Deutschland plötzlich nur noch ein Tor hinter den USA lag. Doch die Amerikaner erhöhten durch Will Zellers (10:31) auf 5:3 und Cole Eiserman (18:07) auf 6:3. Das dritte Drittel brachte keine weiteren Tore.

Statistiken: Deutschland hatte 21 Schüsse aufs Tor, die USA 47. Deutschland erzielte eine Torschusseffizienz von 14,3 Prozent (3 von 21 Schüssen), während die USA 12,8 Prozent (6 von 47 Schüssen) erreichten.

Bewertung: Trotz der Niederlage zeigte die deutsche Mannschaft Moral und bewies, dass sie gegen Top-Gegner konkurrenzfähig sein kann. Die Leistung gab Hoffnung für die kommenden Spiele.

Spiel 2: Deutschland – Slowakei 1:4

Im zweiten Spiel gegen die Slowakei fand die deutsche Mannschaft nicht in die Partie. Die Slowaken dominierten die Anfangsphase und gingen mit 2:0 in Führung. Der slowakische Stürmer Tomas Chrenko war mit einem Hattrick der entscheidende Mann auf dem Eis. Chrenko traf in der 10. Minute zum 1:0 (regulär), erhöhte in der 19. Minute auf 2:0 (Powerplay) und erzielte in der 13. Minute des zweiten Drittels sein drittes Tor zum 3:0 (ebenfalls Powerplay). Von seinen drei Toren waren also zwei in Überzahl erzielt.

Der einzige deutsche Treffer gelang Dustin Willhöft in der 52. Minute zum zwischenzeitlichen 1:3. Den Endstand besiegelte Adam Belusko in der 60. Minute mit einem Treffer ins leere deutsche Tor in Unterzahl.

Bundestrainer Tobias Abstreiter kritisierte nach dem Spiel: „Wir sind nicht in das Spiel gekommen, die Slowaken wollten das Ganze mehr. Auf diesem Level kommt nichts von allein, da musst du an und auch über deine Grenzen kommen, um erfolgreich zu sein.“

Bewertung: Die vielen Strafen und die daraus resultierenden Überzahltore der Slowaken waren entscheidend für die Niederlage. Deutschland mangelde es deutlich an Aggressivität und Willensstärke.

Spiel 3: Deutschland – Schweden 1:8

Die dritte Niederlage gegen Schweden war besonders deutlich und schonungslos. Nach einem ausgeglichenen ersten Drittel, das mit 1:1 endete (deutscher Torschütze: Elias Pul mit Zuspiel von Maxim Schäfer), brach die deutsche Mannschaft im zweiten Drittel komplett ein. Schweden erzielte vier Tore im zweiten Drittel und machte den Deckel praktisch drauf. Im dritten Drittel folgten weitere drei Tore zum Endstand von 1:8.

Schwedische Torschützen: Anton Frondell (2 Tore), Victor Björck (2 Tore), Viktor Eklund, Florian Ohrqvist, Jesper Berglund und Liam Danielsson zeigten, dass alle Reihen bei Schweden stark spielten.

Torhüterwechsel: Bundestrainer Abstreiter wechselte zu Beginn des Schlussdrittels von Linus Vieillard zu Lukas Stuhrmann. Bester DEB-Spieler des Spiels war Lenny Boos.

Statistiken: Deutschland hatte 17 Schüsse, Schweden 44. Deutschland hielt 36 von 44 Schüssen (81,82 Prozent Fangquote), während Schwedens Torhüter Herman Liv 16 von 17 Schüssen hielt (94,12 Prozent). Schweden erzielte vier Tore in Überzahl, Deutschland hatte keine Überzahltore.

Bewertung: Das schwache zweite Drittel entschied das Spiel. Die deutsche Mannschaft konnte gegen die dominante schwedische Mannschaft wenig ausrichten.

Die aktuelle Situation

Mit null Punkten und einem Torverhältnis von 5:18 nach drei Spielen steht die deutsche U20-Nationalmannschaft auf dem letzten Platz der Gruppe A.

Das nächste und letzte Gruppenspiel gegen die Schweiz am 30. Dezember ist von entscheidender Bedeutung. Auch die Schweiz U20 steht mit null Punkten in der Tabelle und könnte durch eine Niederlage gegen Deutschland selbst in die Relegation rutschen. Die Schweiz hat jedoch am Silvesterabend (19Uhr-MEZ) noch ein Spiel gegen die Slowakei, um die Relegation zu vermeiden. Das Spiel am Dienstag ist dennoch ein echtes Kellerduell, in dem es um den vorzeitigen Klassenerhalt geht.

Fazit und Ausblick

Bundestrainer Tobias Abstreiter und sein Team stehen vor einer großen Herausforderung. Es gilt die Fehler aus den ersten drei Spielen abzustellen, die Defensive zu stabilisieren und die Chancenverwertung zu verbessern. Die Mannschaft hat in den ersten Spielen gezeigt, dass sie kämpfen kann – besonders gegen die USA war ein couragierter Auftritt zu sehen – aber es fehlt die Konstanz über 60 Minuten.

Besonders die vielen Strafzeiten, die mangelnde Aggressivität in den Zweikämpfen und die schwachen zweiten Drittel sind Probleme, die schnell gelöst werden müssen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die deutsche U20-Nationalmannschaft den Klassenerhalt in der Top-Division schaffen kann.

Die Chancen sind ausgeglichen und nicht hoffnungslos. Ein Sieg gegen die Schweiz würde Deutschland neuen Mut geben und die Chancen auf den Klassenerhalt verbessern! Sollte die Schweiz anschließend gegen die Slowakei verlieren, wäre der Klassenerhalt ohne Relegation gesichert. Wenn Deutschland ohne Schützenhilfe der Slowaken in die Relegation muss, so hätte man durch einen Sieg gegen die Schweizer immerhin Selbstvertrauen getankt. Das Abstiegsspiel gegen den Letztplazierten aus der anderen Gruppe wäre Stand jetzt Dänemark.