Ist der Abstieg besiegelt?

Ein Abend der Hoffnung machte und in einer Katastrophe endete. Die Dresdner Eislöwen haben im entscheidenden Kellerduell der PENNY DEL gegen die Iserlohn Roosters eine 3:0-Führung verspielt und mit 4:5 verloren. Diese Niederlage wiegt mehr als nur der Verlust von drei Punkten! Sie könnte eine Vorentscheidung im zermürbenden Abstiegskampf gewesen sein.

Ein Drittel wie aus dem Lehrbuch

Unter dem neuen Cheftrainer Gerry Fleming (der erst am 1. Dezember das Ruder übernommen hatte, um das drohende Unheil abzuwenden) zeigten die Eislöwen im ersten Drittel ein völlig anderes Gesicht. Mit hohem Tempo, aggressivem Forechecking und einer beeindruckenden Effizienz vor dem Tor überrollten sie die Gastgeber am Seilersee förmlich. Tore von Parkes, Johansson und Ortega sorgten für eine komfortable 3:0-Führung nach den ersten 20 Minuten. Es schien als sei der Knoten geplatzt und die Handschrift des neuen Trainers würde sofort Früchte tragen. Die Hoffnung im Lager der mitgereisten Dresdner Fans war riesig.

Die Wende: Iserlohns unbändiger Wille und Feldüberlegenheit

Doch was dann geschah ist der Stoff aus dem Eishockey-Albträume gemacht sind. Während die Eislöwen im zweiten Drittel den Faden verloren und Iserlohn den Anschlusstreffer erzielte, brach im Schlussabschnitt das komplette Dresdner Gebilde zusammen. Die Roosters angepeitscht von ihrem Publikum und mit massiver Feldüberlegenheit, starteten eine furiose Aufholjagd. Innerhalb von nur zehn Minuten drehten sie das Spiel von einem 1:3-Rückstand in eine 5:4-Führung. Die Tore von Borland (Doppelpack), Törnqvist, Fischbuch und Thomas versetzten die Eislöwen in Schockstarre. Trotz aller Bemühungen mehr Schlittschuhe zu laufen und die Vorgaben des neuen Trainers umzusetzen, stand am Ende eine Mannschaft die dem Druck und der Überlegenheit des Gegners nicht standhalten konnte.

Analyse einer Implosion: Feldüberlegenheit und eiskalte Effizienz

Die Statistiken des Spiels zeichnen ein bitteres Bild der Dresdner Niederlage. Iserlohn dominierte das Spiel mit 31 Torschüssen und war damit deutlich überlegen. Dresden kam lediglich auf 20 Schüsse und war damit in der Feldüberlegenheit unterlegen. Doch hier offenbarte sich die brutale Wahrheit des Eishockeys! Die Roosters nutzten ihre Überlegenheit mit eiskalter Effizienz. Mit einer Torschusseffizienz von 16,13% (5 Tore aus 31 Schüssen) waren sie zielstrebig und eiskalt. Die Eislöwen hingegen zeigten zwar eine bessere Quote mit 20% (4 Tore aus 20 Schüssen), doch dies reichte nicht aus um die Feldüberlegenheit des Gegners zu kompensieren.

Besonders beeindruckend war die Defensivleistung Iserlohns, Mit 10 blockierten Schüssen und einer Fangquote von 80% (16 gehaltene Schüsse aus 20) zeigten die Roosters auch hinten herum Stärke. Dresden hingegen konnte mit 26 gehaltenen Schüssen aus 31 (83,87% Fangquote) zwar eine solide Torhüterleistung zeigen, doch dies war nicht genug um die Niederlage zu verhindern.

Vorentscheidung im Abstiegskampf?

War das die Vorentscheidung? Im Eishockey ist alles möglich, doch diese Niederlage hat mehr als nur Spuren hinterlassen. Sie hat einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf neues Leben eingehaucht und die eigene Position dramatisch verschlechtert. Der Abstand auf den rettenden 13. Platz, den nun die Iserlohn Roosters mit 23 Punkten belegen, ist auf zehn Zähler angewachsen. Für die Dresdner Eislöwen, die mit nur 13 Punkten aus 28 Spielen das Schlusslicht der Liga bilden, wird die Luft im Abstiegskampf der PENNY DEL immer dünner.

Die kommenden Spiele werden für die Dresdner Eislöwen zu Endspielen. Es braucht nun mehr als nur die neue taktische Ausrichtung unter Gerry Fleming – es braucht ein Eishockey-Wunder, um den drohenden Abstieg in die DEL2 noch zu verhindern. Die Niederlage gegen Iserlohn hat gezeigt, dass die Eislöwen nicht nur spielerisch, sondern auch mental an ihre Grenzen stoßen, wenn es darauf ankommt.