Vom Tabellenkeller zur Spitze der KHL

Ein neuer Name, ein neuer Trainer und ein überraschender Aufstieg an die Spitze der KHL. Die Shanghai Dragons, ehemals bekannt als Kunlun Red Star schreiben in der Saison 2025/2026 eine der faszinierendsten Geschichten im professionellen Eishockey. Obwohl das Team nominell in Shanghai beheimatet ist, sorgt es von seiner aktuellen Spielstätte in St. Petersburg aus für Furore und führt sensationell die Western Conference an.

Die Transformation: Aus Kunlun Red Star werden die Shanghai Dragons

Im August 2025 wurde eine bedeutende Veränderung im chinesischen Eishockey bekannt gegeben: Kunlun Red Star, das seit 2016 als Chinas Aushängeschild in der Kontinental Hockey League (KHL) galt, wurde in die Shanghai Dragons umbenannt. Diese Neuausrichtung war mehr als nur eine kosmetische Anpassung; sie umfasste eine neue Eigentümerstruktur, ein neues Logo und eine neue Identität die auf der Symbolik des chinesischen Drachen – einem Zeichen für Stärke, Weisheit und Glück – basiert.

Die ursprüngliche Mission von Kunlun Red Star war es, das Eishockey in China im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking zu popularisieren. Trotz hoher Ambitionen konnte das Team jedoch nur einmal die Playoffs erreichen und spielte seit der COVID-19-Pandemie nicht mehr in China. Die Umbenennung in Shanghai Dragons markiert nun ein neues Kapitel mit dem Ziel, eine kulturelle Brücke zwischen China, Russland und der globalen Eishockey-Community zu schlagen, während man sportlich konkurrenzfähig bleibt.

Ein Zuhause fern der Heimat: St. Petersburg als Erfolgsbasis

Obwohl der Name auf die chinesische Metropole Shanghai verweist, tragen die Dragons ihre Heimspiele in der SKA Arena in St. Petersburg aus, der Heimat des KHL-Schwergewichts SKA St. Petersburg. Dieser vorübergehende Standort wurde gewählt, während die zukünftige Arena in Shanghai vorbereitet wird und stärkt die Städtepartnerschaft zwischen den beiden Metropolen.

Diese ungewöhnliche Konstellation scheint dem Team jedoch gut zu tun. Weit entfernt von der ursprünglichen Heimat hat sich eine Mannschaft geformt, die auf dem Eis eine beeindruckende Chemie und einen unbändigen Siegeswillen zeigt.

Der Gallant-Effekt: Ein NHL-Erfolgstrainer formt ein Spitzenteam

Ein entscheidender Faktor für den plötzlichen Erfolg der Shanghai Dragons ist zweifellos die Verpflichtung von Gerard Gallant als neuem Cheftrainer. Der erfahrene Kanadier, der zuvor Teams wie die Florida Panthers, Vegas Golden Knights und die New York Rangers in der NHL trainierte, wurde am 13. August 2025 vorgestellt und brachte eine neue Siegermentalität in die Kabine.

Gallants Fähigkeit das Beste aus seinen Spielern herauszuholen und eine geschlossene Einheit zu formen, war bereits in der NHL bekannt. Dieser „Gallant-Effekt“ zeigt nun auch in der KHL seine Wirkung. Unter seiner Führung startete das Team furios in die Saison, unter anderem mit einem spektakulären 7:4-Auftaktsieg gegen den Lokalrivalen SKA St. Petersburg.

An der Spitze der Western Conference

Der Erfolgslauf der Shanghai Dragons hat sie an die Spitze der hart umkämpften Western Conference katapultiert. Wie die aktuelle Tabelle vom 14. Oktober 2025 zeigt, stehen die Dragons nach 14 Spielen mit 20 Punkten auf dem ersten Platz, punktgleich mit dem etablierten Team Lokomotiv Yaroslavl, das jedoch bereits ein Spiel mehr absolviert hat.

Diese beeindruckende Bilanz, angetrieben von einem international besetzten Kader mit Spielern aus Kanada, den USA und Russland, ist die große Überraschung der bisherigen KHL-Saison.

Fazit: Ein Drache der zum Fliegen ansetzt

Die Shanghai Dragons sind mehr als nur ein umbenanntes Team. Sie sind ein Symbol für die globale Natur des Eishockeys und ein Beweis dafür, dass mit der richtigen Führung und einer klaren Vision auch vermeintliche Außenseiter an die Spitze stürmen können. Unter der Leitung von Gerard Gallant hat das Team eine neue Identität gefunden und begeistert die Fans mit leidenschaftlichem und erfolgreichem Eishockey.

Ob die Dragons ihre Spitzenposition bis zum Ende der Saison halten können bleibt abzuwarten. Doch schon jetzt ist klar: Der chinesische Drache hat in St. Petersburg sein Feuer entfacht und ist bereit die KHL zu erobern. Die Eishockeywelt blickt gespannt auf die weitere Entwicklung dieses außergewöhnlichen Teams.