Draisaitl mit Meilenstein
Die Saison-Eröffnung der Edmonton Oilers gegen die Calgary Flames am 9. Oktober 2025 bot gleich zum Start alles, was das Eishockey-Herz begehrt: Tempo, Emotionen und eine gehörige Portion Dramatik. Aus Sicht der Oilers begann der Abend fast perfekt. Schon früh nutzte Ryan Nugent-Hopkins ein Powerplay zur Führung, ehe Andrew Mangiapane mit einem platzierten Schuss auf 2:0 erhöhte. Nach 20 Minuten schien Edmonton das Geschehen fest im Griff zu haben.
Im zweiten Drittel sorgte dann Leon Draisaitl für den Höhepunkt des Abends – zumindest aus deutscher Sicht. Der gebürtige Kölner verwertete nach schönem Zuspiel von David Tomášek und Nugent-Hopkins einen Querpass zum 3:0-Zwischenstand. Es war Draisaitls 400. NHL-Tor, ein eindrucksvoller Meilenstein in der Karriere des Ausnahmestürmers. Mit einem Tor und einem Assist schien er einmal mehr die Weichen auf Sieg zu stellen, während die Fans in der Rogers Place-Arena jubelten.
Doch Calgary fand zurück ins Spiel. Der erst 19-jährige Matvei Gridin brachte die Flames mit seinem Premierentor auf die Anzeigetafel, ehe Connor Zary im Powerplay verkürzte. Edmonton verlor zunehmend die Kontrolle, und nur 40 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels glich Blake Coleman zum 3:3 aus. Aus einer komfortablen Führung wurde plötzlich Zittern um jeden Puck.
Die Verlängerung blieb torlos, im Penaltyschießen ging das Nervenspiel weiter. Leon Draisaitl traf in der zweiten Runde und brachte die Oilers zunächst wieder in Front, doch Morgan Frost glich umgehend aus. Nachdem elf weitere Schützen scheiterten, sorgte schließlich Nazem Kadri mit einem präzisen Versuch für die Entscheidung – Calgary siegte 4:3 n.P. und drehte damit ein bereits verloren geglaubtes Spiel.
Trotz der Niederlage bleibt der Abend ein besonderes Kapitel in Draisaitls beeindruckender NHL-Laufbahn. Mit seinem 400. Treffer reiht sich der 29-Jährige in eine exklusive Gruppe deutscher Eishockeygrößen ein und unterstreicht einmal mehr seine Rolle als Schlüsselspieler der Oilers. In 24 Minuten und 40 Sekunden Eiszeit zeigte er Führungsqualitäten, bereitete ein weiteres Tor vor und war in nahezu jeder gefährlichen Situation beteiligt.
Der Saisonstart endete zwar ohne Punkte für Edmonton, doch für Draisaitl markierte er einen weiteren Meilenstein – ein Beweis dafür, dass er weiterhin zu den konstantesten und komplettesten Spielern der gesamten Liga gehört.
