Karriere und Perspektive

Dominik Kahun (29) ist seit 2021 in der Schweizer National League aktiv. Nach einer erfolgreichen Debütphase mit starken Scorerwerten bei SC Bern ging seine Leistung in der Saison 2024/25 zurück – nur 2 Tore und 9 Punkte in 24 Spielen stehen 50 Zählern aus der Vorsaison gegenüber. Im Februar 2025 löste er seinen Vertrag in Bern vorzeitig auf und unterschrieb bei Lausanne HC. Im Folgenden wird Kahuns NL-Karriere umfassend dargestellt: von der Statistik und den Höhepunkten seiner Zeit in Bern über seine Rolle im Team und die Gründe für das Formtief bis hin zu den Hintergründen des Wechsels nach Lausanne und seiner Perspektive dort.

Rückblick: Erste Jahre in der National League

Kahun kam im Herbst 2021 als Free Agent zum SC Bern und unterschrieb zunächst einen Dreijahresvertrag bis 2024. In seiner Debüt-Saison 2021/22 erzielte er in 42 Hauptrundenspielen 16 Tore und 28 Assists (44 Punkte). Trotz einer Verletzungspause 2022/23 (Schulter) brachte er in lediglich 23 Spielen 4 Tore und 17 Vorlagen (21 Punkte) aufs Konto; in den Playoffs steuerte er in 9 Begegnungen weitere 6 Tore und 3 Assists (9 Punkte) bei. In der Saison 2023/24 erreichte Kahun einen persönlichen Karrierehöhepunkt: Er sammelte 15 Tore und 35 Vorlagen (50 Punkte) in 47 Spielen und wurde damit Topscorer des SCB. Medien bezeichneten ihn in Bern als „unangefochten den Mann, der den Helm des SCB-Topskorers trägt“, und hoben seinen Wechsel 2021 als einen der besten Transfers der letzten Jahre hervor. In Anerkennung seiner starken Leistungen verlängerte Bern Kahuns Vertrag im August 2022 vorzeitig um weitere drei Jahre bis 2027. Damit zählte der deutsche Nationalspieler zu den erfolgreichsten deutschen Stürmern in der Liga. International hatte er zuvor bereits Olympia-Silber 2018 und WM-Silber 2023 gewonnen.

Rolle und Leistungen beim SC Bern

Dominik Kahun (SC Bern) im Einsatz: In Bern war er meist zentraler Offensivspieler und Überzahltorjäger. In Berns Sturmaufbau übernahm Kahun von Beginn an eine führende Rolle. Er lief in der Regel in den Top-Reihen auf, gestaltete das Powerplay und war Spielmacher wie Torschütze zugleich. Seine 35 Assists 2023/24 zeigen seine Passstärke, aber auch mit 15 Treffern war er sehr torgefährlich. Coach und Medien betonten sein Tempo und seine Vielseitigkeit – Kahun gelte als flink wie der einst legendäre Reijo Ruotsalainen. Sein Erfahrungsschatz aus NHL und Nationalmannschaft machte ihn zum Leistungsträger: In Interviews stellte Kahun klar, dass er sich in Bern sehr wohl fühle und lange bei SCB bleiben wolle. Er betonte, dass er mit guten Leistungen dem Team helfe und das gemeinsame Ziel Meisterschaft anstrebe. Diese Einstellung rechtfertigte auch die Vertragsverlängerung bis 2027, denn Kahun wolle „oben in der Tabelle dabei sein und mit dem SCB Meister werden“.

Allerdings gab es in seiner letzten Zeit in Bern auch Probleme. Zu Saisonbeginn 2024/25 verletzte er sich nach einem Pucktreffer an der Hand und fiel sechs bis acht Wochen aus. Bei seiner Rückkehr fand Kahun nur schwer ins Spiel: Er sammelte in den verbleibenden 24 Partien nur noch 2 Tore und 7 Assists (9 Punkte). Die Erwartungen nach seiner Vorjahres-Punkteflut blieben damit deutlich unerfüllt. Insider vermuten, dass auch taktische Anpassungen und möglicherweise Spannungen mit Trainer Jussi Tapola eine Rolle spielten. Zum Jahreswechsel 2024/25 berichtete Schweizer Medien, Kahun sei in seine ursprüngliche Rolle zurückgefunden und fühle sich mit dem Trainerteam im Einklang, doch im Februar 2025 bat er überraschend um Vertragsauflösung. Bern erfüllte schließlich seinen „Herzenswunsch“, die Zusammenarbeit sofort zu beenden.

Wechsel nach Lausanne: Hintergründe und Erwartungen

Am 18. Februar 2025 verkündeten SC Bern und Lausanne HC die sofortige Vertragsauflösung bzw. Neuverpflichtung. Der SCB-Manager Patrik Bärtschi betonte, man habe gemeinsam eine Lösung gefunden und sei Kahuns Bitte zur einvernehmlichen Vertragsauflösung nachgekommen. Lausanne HC sicherte sich Kahun unmittelbar für die kommenden drei Jahre bis 2027. Sportdirektor John Fust lobte Kahun als „Hauptverstärkung für die anstehenden Herausforderungen“ und zeigte sich sehr erfreut über den Transfer. Der Leaderstab von Lausanne, das zu diesem Zeitpunkt souverän an der Tabellenspitze stand, reihte Kahun ein in ein Kontingent von Ex-NHL-Spielern (u. a. Austin Czarnik, Michael Raffl).

Welche Gründe lagen dem Transfer zugrunde? Einerseits gilt Lausanne als finanzstarker Titelaspirant. Eismeister Klaus Zaugg kommentierte, Lausanne verfüge über eine „randvolle Transferkasse“ und strebe die Meisterschaft an – im Gegensatz zu Bern, das sportlich schwächer abschneidet. Zudem wechselt Kahun unter Trainer Geoff Ward, der als „Anti-Tapola“ beschrieben wird, da er dem Spieler mehr Flexibilität und Offensivfreiheit zugestehe. Zaugg sagte voraus, dass Kahun bei Lausanne voraussichtlich wieder auf den Flügel rücken wird und „einer der besten Spieler der Liga sein“ dürfte. Medien beobachten den Transfer auch als erzwungene Veränderung nach einer Phase der Unzufriedenheit in Bern. Laut Zaugg änderte Kahun „seine Meinung schneller, als der SCB an einem guten Abend einen Gegenangriff auslösen kann“ – er habe kurz vor Transferschluss um sofortige Vertragsauflösung gebeten. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass Kahun bei LHC eine größere Rolle erhalten und seine Stärken als Scorer wieder besser ausspielen kann.

Aktuelle Form und Gründe für die Leistungsdelle

In der laufenden Spielzeit stagnierte Kahuns Output nach den hohen Erwartungen. Wie TheHockeyNews berichtet, kam er in den ersten 24 Spielen 2024/25 nur auf 2 Tore und 9 Punkte. Das ist ein deutlicher Abfall gegenüber den 50 Punkten (15-35) der Vorsaison. Ein Hauptgrund war sein Verletzungspech: Die Handverletzung im September 2024 führte zu einer monatelangen Pause. Solche Phasen können Form und Rhythmus erheblich stören. Darüber hinaus zeigten sich taktische Veränderungen. Unter Tapola musste Kahun offenbar auf ungewohnten Positionen spielen, was seine Effektivität beeinträchtigte. In der SCB-Fankultur wurde zudem kritisiert, dass er nach einer Durststrecke kaum eine Rückkehr auf sein gewohnt hohes Niveau fand. Die Medien nannten seine fortwährende Vertragsverlängerung mit dem SCB 2022 einen «Herzenswunsch», doch die sportliche Situation ließ ihn diese Perspektive in Bern offenbar infrage stellen. Insgesamt führte die Kombination aus Verletzungen, Teamkrise und wechselnder Einsatzrolle zu einer offensichtlichen „Leistungsdelle“ in Kahuns Spiel.

Ausblick: Zukunft beim Lausanne HC

Lausanne HC übernahm Kahun als Schlüsselspieler für die Schlussphase der Saison und darüber hinaus. Mit dem Dreijahresvertrag bis 2027 hat man Vertrauen in seine Klasse bekundet. An der Seite von erfahrenen Importspielern soll er in Lausanne wieder zu alter Stärke finden. Experten wie Klaus Zaugg gehen davon aus, dass Kahun in der Qualifikation und den Playoffs eine wichtige Rolle spielen wird – „mit hoher Wahrscheinlichkeit ist Dominik Kahun in Lausanne bis zu den Playoffs wieder Flügelstürmer und einer der besten Spieler der Liga“. Lausanne selbst gilt als Titelfavorit, und mit seinem NHL- sowie Nationalmannschaftserfahrung kann Kahun das Team auf Topniveau verstärken. Für Kahun persönlich bieten sich damit gute Aussichten: Spielpraxis bei einem Spitzenteam, eine klare Linie unter Coach Ward und die Motivation, seine starken früheren Leistungen wieder aufzunehmen. Bei Erfolg dürfte er seine führende Rolle im Nationalteam verteidigen und auch 2026 um eine Olympiateilnahme kämpfen. Insgesamt sieht es so aus, als könne Dominik Kahun in Lausanne einen Neustart schaffen und sein Potenzial erneut abrufen – idealerweise als eine der treibenden Kräfte eines Meisterschaftsanwärters.