Vertragsdetails: Höchstdotierter Deal der NHL-Geschichte

Kirill Kaprizov hat am heutigen 30. September 2025 einen neuen Rekordvertrag bei den Minnesota Wild unterzeichnet. Der russische Flügelstürmer bleibt dem „State of Hockey“ weitere acht Jahre treu – und das zu historischen Konditionen: Sein neues Arbeitspapier läuft bis 2033/34 und hat ein Gesamtvolumen von 136 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einem durchschnittlichen Jahresgehalt (Average Annual Value, AAV) von 17 Millionen US-Dollar, dem höchsten Wert, der jemals in einem NHL-Vertrag vereinbart wurde. Damit löst Kaprizov den bisherigen Top-Verdiener Leon Draisaitl (14 Mio. $ pro Jahr) als bestbezahlten Spieler der Liga ab. Zum Vergleich: Kaprizovs bisheriger Kontrakt, der noch bis Sommer 2026 läuft, brachte ihm „nur“ rund 9 Mio. $ jährlich ein. Sein neues Mega-Gehalt greift ab der Saison 2026/27.

Gerüchten zufolge hatte Kaprizov im Verlauf der zähen Verhandlungen sogar erste Angebote der Wild – angeblich etwa 128 Mio. $ für acht Jahre (16 Mio. $ AAV) – ausgeschlagen. Doch Minnesota erhöhte zuletzt noch einmal das Angebot. General Manager Bill Guerin bestätigte nun stolz den Abschluss des Rekord-Deals. „We never wanted to entertain Kirill not being here“ („Wir wollten nie in Erwägung ziehen, dass Kirill nicht bei uns bleibt“), betonte Guerin am Dienstag, was die enorme Bedeutung Kaprizovs für das Team unterstreicht. Kaprizov selbst zeigte sich erleichtert: „Now it’s all done and we just start playing and we don’t think about this“ („Jetzt ist alles erledigt, wir können einfach spielen und uns keine Gedanken mehr darüber machen“).

Kaprizovs Weg zum Franchise-Superstar

Der heute 28-jährige Kaprizov wurde von Minnesota im NHL-Draft 2015 in der fünften Runde ausgewählt – eine Wahl, die sich als Glücksgriff erwies. Nach einigen Entwicklungsjahren in Russland (inklusive Gagarin-Cup-Gewinn in der KHL und olympischem Gold 2018) wechselte Kaprizov 2020 in die NHL. Gleich in seiner Debütsaison 2020/21 begeisterte er mit 27 Toren und 24 Assists und gewann die Calder Trophy als Rookie des Jahres. Seither hat er sich zu einem der dynamischsten und torgefährlichsten Angreifer der Liga entwickelt. In 319 NHL-Hauptrundenspielen erzielte Kaprizov beeindruckende 185 Tore und insgesamt 386 Scorerpunkte – ein Punkteschnitt von über 1,2 pro Spiel. Weitere 21 Punkte (15 Tore) steuerte er in 25 Playoff-Partien bei. Damit führt er seit seinem Ligadebüt die teaminterne Scorerliste der Wild fast in jedem Jahr an.

Trotz Verletzungspech in der vergangenen Saison (Unterleibs-OP im Januar) kam Kaprizov 2024/25 immer noch auf 56 Punkte in nur 41 Spielen – zeitweise galt er sogar als MVP-Kandidat, bevor ihn die Verletzung ausbremste. Seine Klasse spiegelt sich auch in den Vereinsrekorden wider: 108 Punkte und 47 Tore in einer Saison – beide Bestmarken der Wild gehen bereits auf Kaprizovs Konto. Er ist zudem der erste Spieler in Minnesotas Teamhistorie mit mehreren 40-Tore-Spielzeiten. Kaprizov steht jetzt schon auf Rang 4 der ewigen Wild-Torschützenliste (185 Treffer) und Rang 5 der Franchise-Scorerliste (386 Punkte) – und das nach erst fünf Spielzeiten. Diese eindrucksvolle Bilanz erklärt, warum die Wild keine Kosten scheuten, um ihren Franchise-Spieler langfristig zu binden.

Historische Dimension und Vergleich mit anderen Top-Verträgen

Kaprizovs Vertragsunterschrift markiert einen Meilenstein in der NHL-Geschichte. Noch nie zuvor wurde in der Liga ein höher dotierter Vertrag abgeschlossen. Der bisherige Rekordhalter in puncto Gesamtsumme war Alex Ovechkin, der 2008 ein 13-Jahres-Paket über 124 Mio. $ unterschrieben hatte. Diesen Wert übertrifft Kaprizov nun deutlich mit 136 Mio. $. Auch beim Jahresgehalt setzt Kaprizov neue Maßstäbe: 17 Mio. $ pro Jahr stellen einen Sprung von 3 Mio. $ gegenüber dem alten Höchstwert dar – dem größten Anstieg, den es beim Spitzengehalt in der Salary-Cap-Ära je gab.

Zum Vergleich einige der größten aktuellen NHL-Verträge und Gehälter:

Kirill Kaprizov (MIN) – 8 Jahre / 136 Mio. $ – 17,0 Mio. $ pro Jahr (ab 2026, NHL-Rekord)

Leon Draisaitl (EDM) – 8 Jahre / 112 Mio. $ – 14,0 Mio. $ pro Jahr (Verlängerung 2024, zuvor Ligahöchstwert)

Auston Matthews (TOR) – 4 Jahre / 53 Mio. $ – 13,25 Mio. $ pro Jahr (verlängert 2023, kurzzeitig höchstes AAV)

Nathan MacKinnon (COL) – 8 Jahre / 100,8 Mio. $ – 12,6 Mio. $ pro Jahr (Vertrag 2022, löste McDavid als Nr. 1 ab)

Connor McDavid (EDM) – 8 Jahre / 100 Mio. $ – 12,5 Mio. $ pro Jahr (Vertrag 2017, damals Top-Gehalt)

Wie man sieht, hat sich die Gehaltsobergrenze der NHL in den letzten Jahren deutlich nach oben bewegt – und mit ihr die Saläre der Superstars. Noch 2017 war McDavid mit 12,5 Mio. $ jährlich Ligaspitzenreiter, doch seitdem folgte eine Rekordjagd: 2022 MacKinnon (12,6 Mio.), 2023 Matthews (13,25 Mio.), 2024 Draisaitl (14 Mio.) – und nun Kaprizov mit unerreichten 17 Millionen. Laut ESPN ist Kaprizovs Deal sowohl in der Gesamtsumme als auch beim AAV der neue Allzeit-Bestwert der NHL. Selbst die spektakulären 100-Millionen-Dollar-Verträge der Vorjahre (wie jene von Parise und Suter, je 98 Mio. $ 2012, oder von Erik Karlsson, 92 Mio. $ 2019) wirken angesichts dieser Größenordnung fast klein.

Ein Grund für diese Entwicklung ist der steigende Salary Cap der Liga: Nachdem die Obergrenze jahrelang stagnierte, sind für die kommenden Saisons erhebliche Sprünge angekündigt. Zwischen 2024/25 und 2025/26 steigt der Cap um rund 7,5 Mio. $ und bis 2026/27 voraussichtlich noch einmal um 8,5 Mio. $. Dieses „neue Geld im System“ führt dazu, dass Stars höhere Anteile vom Cap beanspruchen können. Kaprizovs 17-Mio-Gehalt würde 2026 etwa 16,3 % des dann erwarteten Salary Caps ausmachen – ebenfalls ein deutliches Zeichen für die neue Ära der Mega-Verträge.

Reaktionen aus dem NHL-Umfeld

In der NHL-Welt sorgt Kaprizovs Unterschrift erwartungsgemäß für großes Aufsehen. Analysten und Insider werten den Deal als Signal eines beginnenden Paradigmenwechsels auf dem Spielermarkt. „Das setzt einen neuen Standard für künftige Superstar-Verträge“, kommentierte etwa Elliotte Friedman im Sportsnet-Radio. Viele Beobachter sehen in Kaprizovs Vertrag den Startschuss einer neuen Gehaltsdimension, da weitere Topspieler in Kürze neue Deals aushandeln werden. So stehen im Sommer 2026 neben Kaprizov (nun vom Markt) unter anderem Connor McDavid, Jack Eichel, Kyle Connor, Artemi Panarin und Adrian Kempe als Unrestricted Free Agents an. „Die Superstars können das Limit jetzt mehr denn je ausreizen“, stellt ein Kommentar fest. ESPN-Insiderin Emily Kaplan spricht gar von einer neuen “Player Empowerment Era”, in der Spieler immer selbstbewusster ihre Marktwert-Maxima einfordern.

In Minnesota selbst wird der Abschluss natürlich gefeiert. Die Wild veröffentlichten auf Social Media ein triumphales „97 is HERE TO STAY“ – in Anspielung auf Kaprizovs Rückennummer 97. Teamkapitän Jared Spurgeon und weitere Mitspieler zeigten sich gegenüber lokalen Medien erleichtert, ihren Top-Scorer langfristig an Bord zu wissen (eine offizielle Aussage dazu steht noch aus, jedoch gilt Kaprizov als absoluter Schlüsselspieler im Locker Room). Coach Dean Evason dürfte es freuen, künftig langfristig auf den vielleicht besten Spieler bauen zu können, den die Franchise je hatte.

Auch neutralen Experten zufolge ist der Deal trotz der immensen Summe nachvollziehbar: „Kaprizov ist bereits jetzt einer der besten Flügelstürmer der NHL und der klar beste Offensivspieler in Minnesotas Geschichte – ihn zu halten, war für die Wild alternativlos“, schreibt The Athletic sinngemäß. Lokale Fans zeigen sich in ersten Reaktionen begeistert, dass ihr Starspieler bleibt, auch wenn die hohe Summe natürlich Druck auf Management und Team ausübt, mit Kaprizov in den kommenden Jahren echte Erfolge (sprich: einen Stanley Cup) zu erzielen.

Ausblick: Maßstab für McDavid und die nächste Vertrags-Generation?

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Kaprizov-Deals begann die Spekulation über die Auswirkungen auf kommende Mega-Verträge – allen voran jenen von Connor McDavid. Der dreifache MVP und allgemein als bester Eishockeyspieler der Welt angesehene McDavid läuft mit seinem aktuellen 8-Jahres-Vertrag (100 Mio. $) 2026 aus. Bislang ging man davon aus, dass McDavids nächster Kontrakt die neue finanzielle Messlatte der NHL definieren würde. Doch nun hat Kaprizov diese Messlatte bereits deutlich höher gelegt, bevor McDavid überhaupt verhandelt. Viele in der Liga fragen sich: Wird McDavid nun drüber gehen?

Tatsächlich dürfte Kaprizovs 17-Millionen-Deal als Benchmark in die McDavid-Verhandlungen einfließen. Insider rechnen damit, dass McDavid in Gesprächen nun mindestens 15 bis 16 Mio. $ pro Jahr anpeilen könnte – eine Summe, die noch vor wenigen Jahren utopisch schien. „Auf den ersten Blick würde ein 17-Millionen-Vertrag für einen Flügelspieler McDavid natürlich signalisieren, dass er noch mehr verlangen sollte“, erläutert The Hockey News in einer Analyse. Andererseits gilt McDavid als ausnehmend teamorientiert: Er betonte jüngst, sein oberstes Ziel sei das Gewinnen, nicht der Gehaltsrekord. Einige Beobachter spekulieren daher, McDavid könnte bewusst unter Kaprizovs Marke bleiben, um seinem Team (den Edmonton Oilers) finanziellen Spielraum für Mitspieler zu lassen. Sollte McDavid z. B. „nur“ ~16 Mio. $ verlangen, könnte er sich sogar als mannschaftsdienlicher Captain inszenieren, der auf Geld verzichtet, nachdem ein anderer bereits den Topwert gesetzt hat.

Noch ist unklar, wann und zu welchen Konditionen McDavid verlängert – sein Lager ließ verlauten, man habe „noch Zeit“ und konzentriere sich auf den sportlichen Erfolg. Klar ist aber: Kaprizovs Monstervertrag erhöht den Druck auf Teams und Topspieler gleichermaßen. Für Stars wie Auston Matthews (der in Toronto bis 2028 zu 13,25 Mio. $ spielt) oder einen kommenden Free Agent wie Leon Draisaitl (2025 frei, aktuell 14 Mio. $) definiert der Kaprizov-Deal ebenfalls einen neuen Referenzpunkt, an dem sich ihre Agenten orientieren werden. Die NHL-Gehaltsspirale dreht sich weiter nach oben – und Kaprizov hat sie mit seinem historischen Vertrag kräftig beschleunigt.

Fazit

Mit Kirill Kaprizovs Unterschrift unter das 136-Millionen-Dollar-Angebot haben die Minnesota Wild nicht nur ihren Franchise-Spieler langfristig gebunden, sondern auch ein Ausrufezeichen in der NHL gesetzt. Der Deal unterstreicht Kaprizovs Stellenwert als einen der absoluten Elite-Stürmer der Liga und spiegelt die steigende Zahlungsbereitschaft für Top-Talente im Eishockey wider. Für die Wild-Fans ist es ein Grund zur Freude: Ihr Publikumsliebling Kaprizov – Rookie des Jahres 2021, All-Star und Rekordschütze – bleibt der Mannschaft erhalten. Sportlich ruhen auf seinen Schultern nun jedoch auch enorme Erwartungen, angesichts des Vertrages mehr denn je.

Ligaweit markiert dieser Vertrag einen Wendepunkt: Die Ära der Mega-Deals scheint angebrochen, und Kaprizovs Kontrakt könnte als Blaupause für kommende Superstars dienen. Ob Connor McDavid & Co. diese Marke künftig übertreffen oder bewusst darunterbleiben, wird eine der spannendsten Fragen der nächsten Jahre. Sicher ist: Der Kaprizov-Deal wird in die NHL-Annalen eingehen – als bislang teuerster Vertrag aller Zeiten und als Indikator dafür, wohin die Reise auf dem Gehaltsmarkt geht. Die NHL-Fans dürfen gespannt sein, welche Rekorde als Nächstes fallen.