Fulminanter Saisonstart in der DEL2
Der EV Landshut ist mit beeindruckenden Ergebnissen in die DEL2-Saison 2025/26 gestartet. Gleich zum Auftakt fegten die Niederbayern die Ravensburg Towerstars mit 8:1 vom Eis. Zwei Tage später folgte ein Derby bei den Starbulls Rosenheim, das knapp 3:4 nach Verlängerung verloren ging. Davon ließ sich das Team von Trainer Uwe Krupp nicht beirren. Auswärts bei den Lausitzer Füchsen Weißwasser gelang ein souveräner 4:1-Erfolg, gefolgt von einem hart erkämpften 5:4-Heimsieg gegen den EHC Freiburg. Mit drei Siegen aus den ersten vier Partien (10 Punkte, Torverhältnis 20:10) rangiert Landshut früh auf einem Spitzenplatz der Tabelle.
Auffällig ist dabei die geballte Offensivkraft des EVL! 20 Tore in vier Spielen bedeuten den besten Ligawert. Schon beim Auftakt gegen Ravensburg spielte die Mannschaft von Krupp entfesselt nach vorne. Innerhalb der ersten 16 Minuten stellte Landshut auf 4:0 – wobei Krupp seine Mannschaft trotz Führung weiter nach vorne spielen ließ. Am Ende stand ein „phänomenaler 8:1-Sieg“ gegen einen Top-Gegner der Vorsaison. Auch auswärts trat der EVL dominant auf. In Weißwasser erspielte man sich ein klares Chancenplus (43:33 Torschüsse) und führte nach dem zweiten Drittel bereits 3:1. Krupp lobte die Mischung aus temporeicher Offensive und „seriöser Defensivarbeit“, mit der sein Team die Partie über weite Strecken kontrollierte. Diese Handschrift – offensiver Spielstil gepaart mit solider Defensive – prägt den Saisonstart der Landshuter deutlich.
Neuzugänge Lindberg und Gooch überzeugen
Besonders die Neuzugänge stechen bislang heraus. Stürmer Trevor Gooch und Tobias Lindberg kamen im Sommer mit der Erwartung, die Offense von Landshut zu verstärken – und genau das tun sie. Gooch ein US-Amerikaner, der als Ersatz für den zurückgetretenen Topscorer Jack Doremus geholt wurde, führt aktuell die teaminterne Scorerliste an. In den ersten vier Spielen sammelte er 8 Punkte (4 Tore, 4 Assists) und weist eine starke +4 in der Plus/Minus-Bilanz auf. Gegen Freiburg glänzte Gooch mit einem Doppelpack innerhalb von 15 Minuten, als er zum 2:1 und 3:1 traf. Auch beim Auswärtssieg in Weißwasser netzte er ein und bereitete weitere Treffer mit vor. Gooch bestätigt somit früh seinen Ruf als Torjäger mit Instinkt und wichtiger Verstärkung für die Offensive.
Der schwedische Flügel Tobias Lindberg fand ebenfalls nahtlos in das Team. Er kam als einer der besten Scorer der vergangenen DEL2-Spielzeit aus Crimmitschau und soll den abgewanderten Nick Hutchison ersetzen – eine Aufgabe die er bereits sichtbar erfüllt. Lindberg verbuchte 5 Scorerpunkte in vier Partien (1 Tor, 4 Assists). Beim 8:1-Auftakt durfte er gleich sein erstes Tor für Landshut bejubeln, als er im zweiten Drittel auf 6:1 erhöhte. Zudem bewies er seine Qualitäten als Vorlagengeber. Im Derby in Rosenheim bereitete Lindberg zwei Treffer mustergültig vor. Mit ebenfalls +4 weist er wie Gooch eine starke Plus/Minus-Statistik auf. Die Chemie der Neuzugänge mit den Mitspielern stimmt – Lindberg und Gooch verleihen der Landshuter Offensive eine neue Dynamik und Tiefe, was sich in den bisherigen Torerfolgen klar zeigt.
Etablierte Imports Immo und Koskenkorva liefern
Neben den Neuen tragen auch die etablierten Import-Spieler maßgeblich zum Erfolg bei. Allen voran Tor Immo! Der schwedische Stürmer war mit 55 Punkten bereits Topscorer des EVL in der Vorsaison und knüpft daran nahtlos an. Immo erzielte in jedem der ersten drei Spiele mindestens ein Tor – insgesamt stehen für ihn schon 4 Treffer und 3 Assists zu Buche. Besonders wichtig sind seine Tore in Special Teams. Im Auswärtsspiel in Rosenheim glich der Schwede im Powerplay zum 2:2 aus. Gegen Freiburg erhöhte er in doppelter Überzahl auf 4:1 und brachte sein Team damit vermeintlich vorentscheidend in Führung. Immo beweist früh seine Qualitäten als verlässlicher Scorer und Führungsspieler im Angriff. Mit seiner Erfahrung (bereits 29 Jahre) und Abschlussstärke ist er weiterhin eine zentrale Säule im Offensivspiel.
Ähnliches gilt für Jesse Koskenkorva, ein weiterer Import-Stürmer im Team. Der 26-jährige Finne wechselte bereits im Januar 2024 nach Landshut und wurde schnell zu einer wichtigen Stütze. In 62 DEL2-Spielen für den EVL sammelte Koskenkorva bis Saisonbeginn 2025/26 insgesamt 33 Punkte (16 Tore, 17 Assists). Sein Wert für die Mannschaft geht jedoch über Zahlen hinaus. Sportdirektor Max Brandl bezeichnet ihn als „einen der besten Zwei-Wege-Stürmer der Liga“, mit hohem Hockey-IQ und Führungsqualitäten. Auf dem Eis zahlt Koskenkorva dieses Vertrauen ebenfalls zurück. In Weißwasser schnürte er einen Doppelpack – erzielte das 2:0 und setzte mit einem Empty-Net-Goal zum 4:1 den Schlusspunkt. Auch im Heimspiel gegen Freiburg traf der Finne, als er kurz nach Beginn des Schlussdrittels das 5:2 markierte. Zwar kam Freiburg danach nochmal heran, doch Koskenkorvas Treffer erwies sich letztlich als spielentscheidende Sicherheit. Mit bisher 3 Toren gehört er gemeinsam mit Immo und Gooch zu den treffsichersten EVL-Angreifern. Das Duo Immo/Koskenkorva – bereits in der Vorsaison unter den Topscorern – bestätigt damit seinen Status als tragende Säule im Landshuter Sturm.
Analyse des Torhüter-Duos Langmann/Dietl
Nicht nur in der Offensive, auch im Tor ist der EV Landshut stark aufgestellt. Das Torhüter-Duo aus Routinier Jonas Langmann und Youngster Philipp Dietl blieb unverändert zur Vorsaison und bietet einen exzellenten Mix aus Erfahrung und Talent. Beide Goalies teilen sich bislang die Einsätze nahezu gleichmäßig und zeigten jeweils überzeugende Leistungen. Jonas Langmann (33) bestritt zwei der ersten vier Partien und verbuchte dabei eine Fangquote von 91,8 % sowie einen Gegentorschnitt von 2,41. Er war bereits im Vorjahr die Nummer 1 und brachte es 2024/25 auf 22 Siege bei 39 Einsätzen (92% Fangquote in den Playoffs) – Zahlen, an die er nahtlos anknüpft. Neben ihm hat sich Philipp Dietl als wichtiger Rückhalt etabliert. Der erst 21-jährige Eigengewächs wurde vergangene Saison als Rookie des Jahres nominiert und überzeugte mit starken 92,4 % Fangquote in 16 Spielen. Auch in der neuen Saison zeigt Dietl sein Potenzial! Er gewann seine beiden Starts, parierte 90,9 % der Schüsse und kassierte im Schnitt nur 2,50 Gegentore. Sein erstes Saisonspiel in Weißwasser krönte Dietl beinahe mit einem Shutout, ehe ein abgefälschter Schuss das einzige Gegentor bedeutete. Das Gespann Langmann/Dietl gibt dem EVL die nötige Sicherheit im Tor – beide Keeper strahlen Ruhe aus und konnten in kritischen Phasen starke Saves beisteuern. Die Aufteilung der Einsatzzeiten erlaubt es zudem, dass Langmanns Erfahrung und Dietls Explosivität optimal genutzt werden. Mit diesem Duo im Rücken kann Landshut auch enge Partien – wie das 5:4 gegen Freiburg – erfolgreich über die Zeit bringen.
Krupps Handschrift: Disziplin und Tempo
Schon nach wenigen Wochen ist die Handschrift von Trainer Uwe Krupp beim EV Landshut erkennbar. Der Stanley-Cup-Sieger und ehemalige Bundestrainer wurde im Sommer als Coup nach Landshut geholt, um den ambitionierten Traditionsclub auf das nächste Level zu heben. In den letzten drei Jahren scheiterte der EVL jeweils im Viertelfinale der Playoffs – mit Krupp soll nun mindestens das Halbfinale erreicht werden. Diese hohen Ziele scheinen das Team zu beflügeln. Unter Krupp präsentiert sich Landshut bislang hochmotiviert, läuferisch stark und taktisch diszipliniert. Offensiv agiert die Mannschaft aggressiv und sucht konsequent den Abschluss, ohne dabei die Defensive zu vernachlässigen. So wurde etwa gegen Weißwasser nach einer klaren Führung kontrolliert und clever verteidigt, anstatt nur auf weitere Tore zu drängen. Gleichzeitig fällt die verbesserte Chancenauswertung auf: Beim 8:1-Auftakt erzielte Landshut mit den ersten 5 Torschüssen 4 Tore – eine außergewöhnliche Quote. Auch wenn ein solcher Wert nicht konstant haltbar ist, zeigt er doch die neu gewonnene Offensiveffizienz.
Bei den Special Teams sind erste Entwicklungen erkennbar. Das Powerplay wirkte phasenweise gefährlich – etwa beim 5-gegen-3, als Immo eiskalt zum 4:1 einnetzte. Insgesamt stehen nach vier Spielen zwei Überzahltore zu Buche; hier gibt es noch Steigerungspotenzial. Die Penalty-Killing-Quote ist solide, auch wenn man zuletzt gegen Freiburg in Unterzahl Gegentreffer hinnehmen musste. Krupp legt sichtbar Wert auf eine stabile Defensive: Die Feldspieler arbeiten engagiert nach hinten mit, was sich in der ausgeglichenen Plus/Minus-Bilanz widerspiegelt (so stehen z.B. fast alle Stammspieler im positiven Bereich).
Insgesamt hat der EV Landshut unter Uwe Krupp einen spürbaren sportlichen Aufschwung genommen. Die Mischung aus erfahrenen Kräften und jungen Wilden harmoniert, die Neuzugänge schlagen ein und die etablierten Leistungsträger liefern zuverlässig ab. Die Handschrift des Trainers – Disziplin, Tempo und Teamgeist – macht sich auf dem Eis bezahlt. Wenn die Landshuter diese Entwicklung fortsetzen, dürften sie in dieser Saison ein gewichtiges Wörtchen um die vorderen Plätze mitreden. Schon jetzt ist erkennbar, dass Krupps Einfluss dem Team neues Leben eingehaucht hat und der EV Landshut 2025/26 bereit ist, die nächsten Schritte nach vorn zu machen. Die lautstarken Fans am Gutenbergweg honorieren die bisherigen Auftritte – und dürfen gespannt sein, ob sich der positive Trend weiter fortsetzt und der Traditionsclub seine ambitionierten Ziele erreichen wird.
