Montreal Canadiens vor der Saison 2025‑26 – Analyse und Prognose des jungen Teams
Die Montreal Canadiens gehen mit viel Optimismus in die Saison 2025‑26. Nach vier Jahren ohne Play‑off‑Teilnahme gelang dem jungen Team 2024‑25 der Sprung in die Postseason, wo man den Washington Capitals in fünf Spielen unterlag. Besonders bemerkenswert war der Endspurt: In den letzten 26 Spielen holte Montreal 15‑5‑6, was ihnen den zweiten Wild‑Card‑Platz sicherte. General Manager Kent Hughes betont, dass die Mannschaft „über die gesamte Linie besser geworden ist“, weil der junge Kern ein Jahr Erfahrung gesammelt hat. Mit einem neuen Star‑Verteidiger und spannenden Neuzugängen steigt die Erwartungshaltung in der Hockey‑Metropole.
Rückblick auf 2024‑25: Aufschwung dank junger Talente
Die vergangene Saison begann holprig. Montreal stand Anfang Dezember am Tabellenende, drehte jedoch zwischen dem 15. Dezember und dem 4 Nations Face‑Off kräftig auf. Diese Phase brachte die Mannschaft zurück in den Play‑off‑Kampf. Eine Schlüsselfigur war Lane Hutson. Der damals 21‑jährige Rookie führte alle Neulinge der Liga mit 66 Punkten an (6 Tore, 60 Vorlagen) und erhielt den Calder Trophy als bester Neuling. Seine 60 Assists stellten einen NHL‑Rookie‑Rekord ein.
Ebenfalls wichtig war die spät verpflichtete russische Top‑Prospect Ivan Demidov. Der Fünftplatzierte des Drafts 2024 absolvierte zwei reguläre Saisonspiele und erzielte in seinem NHL‑Debüt ein Tor und eine Vorlage. Kapitän Nick Suzuki verbuchte Karriere‑Bestwerte (89 Punkte) und verpasste weiterhin kein Spiel. Cole Caufield erzielte 37 Saisontore – so viele wie seit 1994 kein Hab mehr.
Die im Dezember von Nashville geholte defensivstarke Alexandre Carrier verbesserte das Abwehrspiel, und die Verpflichtung des jungen Star‑Verteidigers Noah Dobson (Trade am 27. Juni, acht‑Jahres‑Vertrag) schuf einen neuen Top‑Partner für Hutson. Dadurch rutschte der erfahrene Mike Matheson in eine entlastete Rolle, während Kaiden Guhle defensiv weiter reifte.
Der junge Kern im Fokus
Lane Hutson – kann er die Rookie‑Magie wiederholen?
Hutson beeindruckte in seiner ersten NHL‑Saison nicht nur offensiv. Er spielte im Schnitt 22:44 Minuten pro Partie und führte alle Canadiens‑Verteidiger mit durchschnittlich 2:48 Power‑Play‑Eiszeit an. NHL.com prognostiziert für ihn 70 Punkte in 2025‑26. The Hockey News rechnet mit 59 Punkten (8 Tore, 51 Vorlagen), doch die Offensive der Canadiens dürfte dank neuer Playmakers stärker besetzt sein. Der Neuzugang Dobson (2023‑24: 39 Punkte; zuvor 70 Punkte) bringt Erfahrung und soll Hutson entlasten. Sein Zusammenspiel mit Hutson könnte die Offensivproduktion beider Defensivkünstler steigern.
Ivan Demidov – das russische Ausnahmetalent
Demidov kommt aus einer beeindruckenden KHL‑Saison mit SKA St. Petersburg (19 Tore, 30 Vorlagen in 65 Spielen). In Montreal wird er nicht behutsam aufgebaut; laut NHL.com soll der 19‑Jährige eine Top‑Sechs‑Rolle erhalten. NHL.com prognostiziert 61 Punkte (20 Tore, 41 Vorlagen); The Hockey Writers rechnen mit 60 Punkten (20 Tore, 40 Vorlagen). Der kanadische Presse schreibt, dass er auf der rechten Seite der zweiten Reihe neben Kirby Dach und Patrik Laine beginnen könnte. Seine Kreativität und sein verdeckter Schuss, bereits in der KHL ausgereift, lassen ihn zum Favoriten auf die Calder Trophy werden.
Patrik Laine – Rückkehr des Torjägers?
Laine feierte nach einer Verletzungspause ein Comeback und erzielte 20 Saisontore. Die Canadiens setzen darauf, dass er wieder an seine 40‑Tore‑Jahre anknüpft. The Hockey Writers sehen ihn in einer Top‑Sechs‑Rolle neben Demidov und Dach und prognostizieren 40 Tore und 20 Assists. Das Ziel: Laine soll nicht die gesamte Offensive tragen müssen – mit Playmakers wie Demidov und Suzuki erhält er bessere Anspielstationen. Das Power‑Play könnte mit Laine, Caufield, Suzuki, Demidov und Hutson in der ersten Einheit zu einer Top‑10‑Waffe werden.
Cole Caufield – der Sniper der ersten Reihe
Caufield steigerte seine Tor‑ und Punktzahlen in jeder NHL‑Saison. 2024‑25 stellte er Karriere‑Bestwerte auf: 37 Tore und 70 Punkte, dazu 10 Power‑Play‑Treffer und acht Game‑Winning‑Goals. NHL.com prognostiziert 72 Punkte und hält einen 40‑Tore‑Ausbruch für möglich. The Hockey Writers erwarten 35 Tore und 35 Vorlagen. Als fester Bestandteil der ersten Reihe mit Suzuki und Juraj Slafkovsky bildet er weiterhin Montreals gefährlichste Waffe.
Weitere Schlüsselspieler
Nick Suzuki – Der Kapitän absolvierte alle 82 Spiele, erzielte 30 Tore und 89 Punkte und verpasste keine Partie in den letzten vier Jahren. Für 2025‑26 werden 90 Punkte erwartet. Seine Spielmacherqualitäten und Belastbarkeit machen ihn zum Herzstück des Teams.
Juraj Slafkovsky – Der 21‑jährige Slowake erzielte 51 Punkte und führte das Team mit 194 Checks. Für die neue Saison werden 20 Tore und 35 Vorlagen prognostiziert. Er ergänzt das erste Sturmtrio als Powerforward.
Zack Bolduc – Neu von St. Louis, 22 Jahre alt, erzielte als Rookie 19 Tore und 36 Punkte. Er könnte in der zweiten oder dritten Reihe eingesetzt werden und wird mit 45 Punkten als Breakout‑Kandidat gehandelt.
Kirby Dach – Nach zwei Knieoperationen soll der 24‑jährige Center endlich fit sein. Seine Größe (1,93 m) und Spielmacherqualitäten ergänzen die zweite Reihe. Bei 100 % Gesundheit könnten 45 Punkte drin sein.
Verstärkungen und Kaderänderungen
Die Off‑Season von Kent Hughes war aktiv. Neben dem Blockbuster‑Trade für Noah Dobson, der einen acht‑Jahres‑Vertrag über 76 Mio. US‑Dollar unterschrieb, holte man Zack Bolduc für das abwandernde Defensiv‑Prospect Logan Mailloux. In der Tiefe wurden Samuel Blais und Joe Veleno verpflichtet, um physischen Schutz und Center‑Optionen zu liefern. Kaapo Kähkönen kam als zusätzlicher Torhüter, während Cayden Primeau den Verein verließ.
Diese Änderungen spiegeln den Wunsch wider, sofort konkurrenzfähig zu sein. Dobson verstärkt das spielstarke Abwehrduo, Bolduc liefert Tiefe im Angriff und Kahkonen bietet Absicherung hinter Starter Samuel Montembeault und Backup Jakub Dobeš.
Offensivtaktik und Power‑Play
Montreal wird weiter auf eine moderne, schnelle Angriffsauslösung setzen. Coach Martin St‑Louis will das Tempo hochhalten und von den kreativen Qualitäten seiner jungen Stars profitieren. Die Linien dürften so aussehen:
1. Reihe: Juraj Slafkovsky – Nick Suzuki – Cole Caufield
2. Reihe: Patrik Laine – Kirby Dach – Ivan Demidov
3. Reihe: Josh Anderson – Alex Newhook – Zack Bolduc
4. Reihe: Joe Veleno – Jake Evans – Brendan Gallagher
Extras: Samuel Blais, Oliver Kapanen
Diese Tiefe ermöglicht es, bei Verletzungen flexibel zu reagieren und Talente wie Bolduc oder Veleno auch in der Top 6 einzusetzen.
Das Power‑Play könnte 2025‑26 endlich zur Stärke werden. Eine potentielle erste Einheit mit Suzuki, Caufield, Demidov, Laine und Hutson vereint Spielmacher, Abschlussspieler und Mobilität. Die zweite Einheit mit Dach, Bolduc, Slafkovsky, Dobson und Gallagher bietet weitere Gefahr. In der vergangenen Saison erzielte Montreal 26 Power‑Play‑Punkte über Hutson – Topwert unter Rookies. Mit Laine als One‑Timer‑Option und Demidovs Kreativität ist ein Sprung unter die Top 10 der Liga realistisch.
Defensive Entwicklung und Torhüter
Die Defensivpaare lauten voraussichtlich:
Kaiden Guhle – Noah Dobson
Lane Hutson – Jayden Struble
Mike Matheson – Alexandre Carrier
Arber Xhekaj als siebter Verteidiger
Mit dem 25‑jährigen Dobson erhält Montreal einen rechtsschießenden Top‑Verteidiger, der in seiner Karriere bereits 70 Punkte erzielte. Guhle übernimmt weiterhin defensive Verantwortung, während Hutson offensiv glänzt. Die jungen Struble und Xhekaj kämpfen um Minuten, während Matheson und Carrier Erfahrung einbringen.
Im Tor etablierte sich Samuel Montembeault als Nummer 1. Laut Daily Faceoff erzielte er 14,65 „Goals Saved Above Expected“ bei 5‑gegen‑5 und 30,79 in allen Situationen – drittbester Wert der NHL. Er wurde deshalb ins kanadische Nationalteam berufen. Hinter ihm überzeugte Jakub Dobeš mit fünf Siegen zu Beginn seiner Karriere, während Neuzugang Kaapo Kähkönen als solider dritter Keeper bereitsteht.
Prognosen für die Saison 2025‑26
Mit einer Mischung aus gewachsenen Führungsspielern und hochkarätigen Talenten könnte Montreal erneut überraschen. The Hockey Writers projizieren folgende Punktzahlen:
Spieler Prognose 2025‑26 (Tore–Assists–Punkte) Analyse
Nick Suzuki 30 G – 60 A – 90 P Führt das Team als Center, hat konstante Mitspieler und spielt in allen Situationen.
Cole Caufield 35 G – 35 A – 70 P Natürlicher Torjäger; könnte erstmals 40 Treffer seit Damphousse (1993‑94) erreichen.
Ivan Demidov 20 G – 40 A – 60 P Top‑Sechs‑Rolle und Power‑Play‑Zeit; kommt aus KHL‑Saison mit 49 Punkten.
Patrik Laine 40 G – 20 A – 60 P Gesunder Laine bleibt einer der besten Schützen; profitiert von Passgebern wie Demidov.
Juraj Slafkovsky 20 G – 35 A – 55 P Powerforward mit viel Physis; spielte 22 Punkte in letzten 27 Spielen 2024‑25.
Lane Hutson 8 G – 62 A – 70 P Bleibt Quarterback im Power‑Play; könnte mit Dobson als Partner sogar noch produktiver werden.
Noah Dobson 10 G – 40 A – 50 P Puck‑Mover, unterstützt Hutson; hat vier Saisons in Folge mindestens 10 Tore erzielt.
Kirby Dach 20 G – 25 A – 45 P Muss verletzungsfrei bleiben; seine Größe und Puckkontrolle geben der zweiten Reihe Stabilität.
Zack Bolduc 20 G – 20 A – 40 P Als Breakout‑Kandidat könnten 20 Tore realistisch sein.
Team‑Prognose
Der verbesserte Kader und die Reife der jungen Stars lassen eine erneute Play‑off‑Teilnahme erwarten. Last Word on Sports tippt die Canadiens auf Platz 3 der Atlantic Division. NHL.com nennt als größte Herausforderung, das hohe Tempo aus der starken Schlussphase über 82 Spiele zu halten. Wichtig wird sein, mehr Scheibenbesitz zu generieren – 2024‑25 hatten die Canadiens nur 47,8 % der 5‑gegen‑5‑Schussversuche und gaben 29,0 Schüsse pro Spiel ab. Die Verpflichtung von Dobson und ein ausgebautes Power‑Play sollen diese Balance verbessern.
Fazit: Auf dem Weg zum Dauerkandidaten
Die Montreal Canadiens stehen vor einer spannenden Saison. Mit Lane Hutson, Ivan Demidov, Patrik Laine und Cole Caufield besitzt das Team einen Kern junger Stars, wie ihn die Organisation seit Jahrzehnten nicht hatte. Die Verpflichtung von Noah Dobson und die Entwicklung von Nick Suzuki und Juraj Slafkovsky geben den Habs Tiefe in allen Mannschaftsteilen. Trotz der hohen Erwartungen bleibt Gesundheit der entscheidende Faktor. Sollte das Team von schweren Verletzungen verschont bleiben und die jungen Spieler den nächsten Entwicklungsschritt machen, könnten die Canadiens 2025‑26 nicht nur die Play‑offs erreichen, sondern im engen Atlantik‑Rennen für Furore sorgen.
