Die wenigsten Eishockeyspieler bleiben jenseits der 35 noch echte Difference-Maker. Alexander Radulov widerlegt dieses Klischee eindrucksvoll: Mit 39 Jahren spielt der russische Stürmer so stark wie lange nicht. In der aktuellen KHL‑Saison 2025/26 hat der Routinier nach nur sieben Spielen bereits 10 Scorerpunkte (6 Tore, 4 Assists) gesammelt. Besonders spektakulär: Sein Hattrick beim 4:0‑Heimsieg über Sotschi – ein Dreierpack im Alleingang – demonstrierte, dass er trotz des fortgeschrittenen Alters nichts von seiner Torjägerqualität eingebüßt hat.
Neuer Trainer, bewährter Leader
Lokomotive Jaroslawl startete im September als amtierender Gagarin‑Cup‑Champion in die neue Saison – jedoch mit verändertem Personal an der Bande. Der Erfolgstrainer Igor Nikitin wechselte im Sommer zu ZSKA Moskau, und die Klubführung verpflichtete mit Bob Hartley einen hoch dekorierten Nachfolger. Der 64‑jährige Kanadier hat in seiner Karriere den Calder Cup, den Stanley Cup, die Schweizer Meisterschaft und den Gagarin Cup gewonnen. Die KHL würdigte bei der Saisonvorschau Hartleys beeindruckende Vita und wies darauf hin, dass sich das Team zunächst auf die Arbeitsweise des neuen Coaches einstellen muss – zugleich bleibe Lokomotive ein Titelfavorit.
Verträge verlängert: Radulov bleibt das Herzstück
Obwohl der Trainerwechsel Unruhe hätte bringen können, setzte Jaroslawl auf Kontinuität im Kader. Fast die komplette Meistermannschaft wurde gehalten. Besonders wichtig: Alexander Radulov – Playoff‑MVP 2025 – unterschrieb wie Torjäger Maxim Shalunov einen neuen Einjahresvertrag. Die KHL hob hervor, dass diese Entscheidung die Schlagkraft der Offensive für Jaroslawl sichert.
Traumstart mit Hattrick und 10 Punkten
Wie gut Radulov den neuen Kurs des Teams verkörpert, zeigte bereits das erste Saisondrittel. Im Spiel gegen den HK Sotschi erzielte der 39‑Jährige einen Hattrick und wurde von Sports.ru als „wiederauferstandener Superstar“ gefeiert. Dank dieses Galaauftritts steht er nach sieben Spielen bei 10 Punkten und ist damit einer der besten Scorer der KHL. Für einen Spieler seines Alters ist diese Bilanz außergewöhnlich.
Fazit: Routine trifft frischen Wind
Alexander Radulov beweist mit seinem aktuellen Lauf, dass Erfahrung und Führungsqualitäten unverzichtbar sind. Trotz des Trainerwechsels zu Bob Hartley hat Lokomotive Jaroslawl eine Balance aus Tradition und Erneuerung gefunden. Mit einem superstarken Radulov an der Spitze kann der Titelverteidiger erneut nach dem Gagarin Cup greifen. In der KHL wird man sich darauf einstellen müssen: Der „ewige Alexander“ ist noch lange nicht fertig.
